Hochwasserschutz an der Elbe: Landkreis packt Gehölzrückschnitt an
26. November 2009 (Landkreis Lüneburg)
(lk) Drei Jahre lang haben die Rückschnittmaßnahmen an der Elbe aufgrund eines Beschwerdeverfahrens bei der EU geruht. Jetzt hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz mit einem Erlass grünes Licht für neue Maßnahmen gegeben.
Beim Hochwasserschutz an der Elbe ist es dem Landkreis Lüneburg wichtig, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz des Menschen und dem Schutz der Natur zu finden. In Abstimmung mit der Biosphärenreservatsverwaltung hat die Kreisverwaltung für diesen Winter ein Konzept erarbeitet, um die notwendigen Rückschnitte zum Hochwasserschutz durchzuführen.
Dafür müssen Bäume und Sträucher in den Überschwemmungsgebieten weichen oder Äste lassen, denn zu viel Bewuchs behindert den Abfluss des Wassers im Fall eines Hochwassers. In den Auenwäldern, die als besonders schützenswert gelten, und in einem Radius von 80 Metern um bekannte Biberbauten wird der Bewuchs nicht zurückgeschnitten, um so auch auf Flora und Fauna Rücksicht zu nehmen.
Aus Hochwasserschutzsicht hat der Landkreis Lüneburg zunächst die Flächen festgelegt, die für den Wasserabfluss äußerst wichtig sind, also Bereiche, in denen Querriegel bestehen oder der Flussquerschnitt zwischen den Deichen sehr eng ist. Insgesamt hat der Landkreis rund 200 Hektar Rückschnittsflächen identifiziert, bei denen aus Naturschutzsicht keine Bedenken bestehen.
Während ein großer Teil direkt an der Elbe Bundeseigentum ist, ist rund ein Drittel (67 Hektar; 33,5 Prozent) in privater Hand oder Eigentum anderer öffentlicher Stellen. Die Verwaltung hat jetzt 68 Grundstückseigentümer von 208 Teilflächen angeschrieben und zum Rückschnitt auf ihren Flächen aufgefordert.
Bis Ende Februar 2010 haben die Landbesitzer Zeit, die Bäume und Sträucher am Strom zu stutzen bzw. zu entfernen. Der Landkreis und die Biosphärenreservatsverwaltung beraten auf Wunsch vor Ort, Ansprechpartner beim Landkreis sind Werner Ratz unter 04131 26-1463 oder Barbara Wienecke unter 04131 26-1330.
Zwei Drittel der Rückschnittsflächen, also etwa 133 Hektar direkt an der Elbe, die zu den Buhnen und Buhnenfeldern zählen, werden von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bewirtschaftet. Hier hat die Kreisverwaltung keine Möglichkeit, den Rückschnitt zu verfügen. Der Landkreis Lüneburg kümmert sich aber intensiv darum, dass es für diese Flächen zu einer Abstimmung zwischen Land und Bund kommt.
Im Geoportal finden Sie unter dem zuschaltbaren Thema "Wasser - Rückschnitt" eine Karte. Diese zeigt alle Flächen, die mit der Biosphärenreservatsverwaltung abgestimmte wurden und auf denen, unabhängig vom Eigentümer, der Gehölzrückschnitt durchgeführt werden kann.
Der Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbtal (VSKE), Herr Stabe, Telefon 05857/210 bietet an, die betroffenen Eigentümer zu beraten.